In Kooperation mit
Ratgeber
zurück zur Übersicht

Diabetes mellitus

mehr zum Thema Hausmedizin

Aktiv gegen Diabetes mellitus


Beugen Sie der Zuckerkrankheit mit einem gesunden Lebensstil vor.

Volkskrankheit Diabetes mellitus

Die Zahl der Zuckerkranken in der Schweiz wird auf etwa 250'000 geschätzt, was 3 bis 4% der Bevölkerung entspricht. Knapp die Hälfte davon sind krank, ohne es zu wissen („Dunkelziffer“). Jede fünfte Person besitzt ein deutlich erhöhtes Risiko, daran an Diabetes zu erkranken. Mit einem aktiven Lebensstil kann das persönliche Risiko vermindert werden.

Krankheitsbild

Diabetes mellitus ist eine Störung des Kohlenhydratstoffwechsels. Ursache ist ein Mangel oder eine verringerte Aktivität des Hormons Insulin, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Insulin ist für die Regulierung des Blutzuckerspiegels zuständig und stellt die Aufnahme des Blutzuckers in die Körperzellen sicher. Fehlt Insulin oder ist es in seiner Wirksamkeit reduziert, ist ein erhöhter Blutzuckerspiegel die Folge.

Der Typ 1 – Diabetes beginnt meist im Kindes-, Jugend- oder frühen Erwachsenenalter. Die Bauchspeicheldrüse bildet zu wenig oder gar kein Insulin. Das Hormon muss dann von aussen zugeführt und gespritzt werden.

An Typ 2 – Diabetes erkranken vorwiegend Personen ab dem 45. Lebensjahr. 80-90% der Diabetiker leiden an diesem Typ. Hier ist die Wirkung des Insulins herabgesetzt oder die produzierte Menge zu gering für eine ausreichende Regulierung des Blutzuckerspiegels. Zur Behandlung gehören eine kohlenhydratarme Diät und oft Tabletten, gelegentlich auch Insulinspritzen. Körperliche Aktivität wirkt unterstützend, sie reduziert den Medikamentenbedarf.

Anzeichen und Spätfolgen

Viel Erkrankte wissen nicht dass sie unter Diabetes leiden. Um die Gefahr von Spätfolgen zu vermindern ist es entscheidend, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen. Erste Anzeichen für Diabetes mellitus können vermehrtes Durstgefühl, trockener Mund, häufiges Wasserlassen, Schwäche, Verschwommensehen und häufige Infektionen sein. Später kann es bei schlecht eingestelltem Blutzucker zu schweren Schädigungen der Augen, Nieren und des Gefäss- und Nervensystems kommen. Diabetiker haben ein erhöhtes Herzinfarktrisiko.

Risikofaktoren

Das Entstehen von Diabetes Typ 2 wird durch unterschiedliche Faktoren beeinflusst. Je mehr der nachfolgenden Punkte zutreffen, desto höher ist das Diabetes-Risiko:

Diabetes mellitus aktiv vorbeugen

Einer Erkrankung an Diabetes Typ 2 können Sie durch einen gesunden Lebensstil vorbeugen, indem Sie auf eine ausgewogene Ernährung achten, sich regelmässig bewegen und Übergewicht vermeiden oder reduzieren.

Mit kleinen Schritten zu mehr Bewegung

Regelmässige körperliche Aktivität verbessert die Wirkung des körpereigenen Insulins. Sie beeinflusst auch Cholesterinwerte positiv, trainiert das Herz-Kreislauf-System, beugt Übergewicht vor und sorgt für mehr Wohlbefinden.

Täglich 30 Minuten körperliche Aktivität, die Puls und Atmung leicht beschleunigt, ist schon ausreichend. Diese Zeit können Sie in Etappen von 10-15 Minuten realisieren. Rücken Sie dem Ziel näher, indem Sie mehr Bewegung in Ihren Alltag integrieren:

Machen Sie Bewegung zu Ihrem Freizeitvergnügen. Schweisstreibende Sportarten sind nicht zwingend nötig. Suchen Sie sich eine Bewegungsart aus, die Ihnen Spass macht, zum Beispiel Nordic Walking, Wandern, Velofahren, Tanzen oder Schwimmen. Setzen Sie sich erreichbare Ziele und steigern Sie Intensität und Pensum langsam. Wenn es mit der Motivation hapert: In der Gruppe oder mit einem Trainingspartner hält man auch bei Durststrecken durch.

Ernährung – gesund und abwechslungsreich

Eine gesunde Ernährung mit einem hoher Anteil an frischem Obst, Gemüse und Vollkornprodukten sowie wenig Fett und Zucker leistet einen entscheidenden Beitrag zum Vorbeugen von Diabetes Typ 2. Hilfestellung geben die Grundregeln einer ausgewogenen Ernährung:


Viel Trinken: Regelmässig über den Tag verteilt 1,5-2 Liter kalorienarme Getränke, am besten Wasser oder ungesüsste Früchte- und Kräutertees.

Täglich 5 Portionen Gemüse und Obst: Sie liefern Vitamine, Mineralstoffe, bioaktive Pflanzeninhaltsstoffe und sind relativ energiearm. Die enthaltenen Nahrungsfasern verringern ebenfalls die Gefahr, einen Diabetes Typ 2 zu entwickeln.

Zu jeder Hauptmahlzeit Getreideprodukte, oder Kartoffeln: Bevorzugen Sie Lebensmittel (zum Beispiel Vollkornprodukte), die länger sättigen und Mineralstoffe sowie Nahrungsfasern liefern. Sie lassen den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen, extreme Blutzuckerspitzen werden vermieden.

Tierische Lebensmittel: Fettarme Milch und Milchprodukte, sowie wöchentlich ein- bis dreimal Fisch, mageres Fleisch oder fettarme Fleischwaren stellen die Versorgung mit hochwertigem Eiweiss sicher.

Massvoll Öle, Fette und fettreiche Lebensmittel: Wählen Sie hochwertige Pflanzenöle, wie Oliven- oder Rapsöl. Sie liefern ungesättigte Fettsäuren, die sich positiv auf die Blutfette, insbesondere den Cholesterinwert, auswirken.

Selten Süssigkeiten, Knabbereien und gezuckerte Getränke: Hier verstecken sich Fette und raffinierte Kohlenhydrate.


Kampf dem Übergewicht

Übergewicht entsteht, wenn dem Körper dauerhaft mehr Energie in Form von Getränken und Lebensmitteln zugeführt wird, als er verbraucht. Liegt Ihr BMI über 25, sollten Sie Ihr Gewicht reduzieren.

Eine Gewichtsreduktion erfordert Ausdauer und Durchhaltevermögen. Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten müssen langfristig geändert werden. Nehmen Sie sich nicht zu viel auf einmal vor, denn nicht erreichte Ziele entmutigen leicht. Jedes verlorene Kilo ist ein Erfolg und wirkt sich positiv auf Ihre Gesundheit aus. Auch mit kleinen Schritten erreichen Sie Ihr Ziel.

Fettreserven rücken Sie – neben gesunder, fettarmer Ernährung – am besten mit regelmässiger und ausdauernder Bewegung zu Leibe, denn die Fettverbrennung kommt erst nach etwa 20 Minuten Belastung richtig in Gang. Ideal ist ein Training bei geringer Intensität über 60 Minuten.
Auf Modediäten sollten Sie verzichten. Zwar verliert man damit schnell an Gewicht. Wegen des so genannten Jo-Jo-Effekts legt man die Pfunde ebenso schnell wieder zu. Stellen Sie Ihre Ernährung besser langfristig um:


Weitere Informationen zu Diabetes mellitus finden Sie bei der Schweizerischen Diabetes-Gesellschaft unter www.diabetesgesellschaft.ch oder bei der CSS Versicherung.


Autor: vivit gesundheits ag, 2008