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Akupunktur

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Grundlagen

Die Akupunktur ist eine Behandlungsmethode der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und bildete vor 3000 bis 4000 Jahren deren Ursprung. In welcher Art sie sich entwickelt hat, ist nicht in Einzelheiten bekannt. Möglicherweise wurden zunächst Triggerpunkte (Schmerzpunkte) des Körpers mittels Nadeln oder nadelähnlichen Werkzeugen stimuliert, wobei man feststellte, dass sich dadurch auch innere Organe beeinflussen lassen. Als die Zahl der Akupunkturpunkte wuchs, versuchte man anhand von Gruppierungen eine Struktur zu erreichen und entdeckte dabei, dass die einem bestimmten Organ zugeordneten Punkte auf einer vertikalen Linie (Meridian; Traditionelle Chinesische Medizin) liegen. Dies könnte die Geburtsstunde der Meridiane gewesen sein. Andere Quellen berichten, dass zunächst die Meridiane erfühlt und erst später Akupunkturpunkte benannt wurden.

Fest steht, dass die Geschichte dieser Behandlungsmethode mehrere tausend Jahre alt ist: Bei Ausgrabungen wurden Stein- und Knochennadeln zu Tage gefördert, die darauf schliessen lassen, dass die Akupunktur schon damals als bewährte Heilmethode galt. Grundlegend für die gesamte Chinesischen Medizin und damit auch für die wissenschaftliche Akupunktur ist das "Buch des Gelben Kaisers zur Inneren Medizin", das einem Herrscher aus dem 3. vorchristlichen Jahrtausend zugeschrieben wurde, tatsächlich aber erst zwischen 475 und 221 v. Chr. entstanden sein dürfte: Dort finden sich erste genaue Anweisungen zu Akupunktur, Moxibustion (Moxa; TCM), Schröpftherapie, Zungen und Pulsdiagnose sowie generell zur medizinischen Diagnostik.


Methoden und Ziel der Behandlung

Mittels Nadeln (meist Stahl, aber auch Gold oder Silber) lassen sich die auf Meridianen liegenden Akupunkturpunkte stimulieren. Je nach Indikation werden verschiedene Stichtechniken (Stichtiefe und Stimulation der Nadel) angewendet. Sie haben auf Körper, Seele und Geist eine tonisierende oder aber eine sedierende (dämpfende, beruhigende) Wirkung. Diese wird bei entsprechender Indikation durch Moxa (Traditionelle Chinesische Medizin) verstärkt. Bei Personen mit Nadelangst kann die Stimulation auch durch Massage entsprechender Punkte oder durch Laser-Akupunktur erfolgen. Zur Behandlung sind meist mehrere Sitzungen nötig.
Ziel ist es, Blockaden zu lösen, Organe zu stärken oder durch Sedierung pathogene (krankmachende) Faktoren auszuleiten. Dadurch sollen Körper, Seele und Geist ins Gleichgewicht gebracht werden, was für die Gesundheit allgemein erforderlich ist.


Indikationen (Einsatzmöglichkeiten)

Mittels Akupunktur lässt sich ein Grossteil von Erkrankungen und Beschwerden behandeln, auch in Ergänzung zur Schulmedizin. Schwerpunkte sind heute die Schmerztherapie, gynäkologische Störungen, psychische und psycho-somatische Beschwerden sowie bei Allergien; eine vollständige Aufzählung ist hier nicht möglich. Die Akupunktur kommt aber nicht nur bei der Therapie und Rekonvaleszenz (Zeit bis zur vollständigen Genesung) von Krankheiten zum Einsatz, sie eignet sich auch zur Prävention.
Zu Beginn sollte jedoch eine klare Diagnosestellung stehen, welche auf der Medizin westlicher Lehrweise basiert.


Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

Akute, lebensbedrohliche Krankheiten, Präfinalstadien (kurz vor dem Tod) sowie Erkrankungen bei denen ein chirurgischer Eingriff unumgänglich ist, sind nicht traditionelle Einsatzgebiete der Akupunktur. Während der Schwangerschaft sind Behandlungen an einzelnen Akupunkturpunkten kontraindiziert (nicht angezeigt).


Therapeuten, Ausbildung

Diverse Ausbildungen ermöglichen die Aufnahme in die Berufsverbände SBO-TCM (Schweizerische Berufsorganisation Traditionelle Chinesische Medizin) und NVS (Naturärzteverband Schweiz). In diesen Verbänden sind als A-Mitglieder ausschliesslich berufstätige Therapeuten vertreten, die zur jährlichen Weiterbildung verpflichtet sind.
In einigen Kantonen müssen Therapeuten ein Zulassungsverfahren durchlaufen oder sie werden auf Grund der Ausbildung zugelassen.


Autor: vivit gesundheits ag, 2008